Donnerstag 23. November 2017
© Alexandra Straub-Kaserer
Alumni-Karrieren

Plan G

 

AbsolventInnen als UnternehmerInnen. Das Studium ist abgeschlossen – was nun? Vielleicht etwas Eigenes aufbauen? Mit Plan G wie Gründung zum Beispiel. univie hat drei GründerInnen gefragt, wie sie es angegangen sind – eine Einzelunternehmerin, einen Social Entrepreneur und einen international tätigen Unternehmer.

 

Text: KARIN CHLADEK |  Artikel als PDF aus: univie 03/2014

 

 Alexandra Straub-Kaserer

Die eigene Baustelle ruft. Im Gründungsprogramm u:start werden AbsolventInnen auf ihre Selbstständigkeit vorbereitet.

 

Gründe fürs Gründen: Den Wunsch, eigene Ideen umzusetzen, nennen GründerInnen oft als vorrangiges Motiv, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Auch bei Angela Mörixbauer war dieser Wunsch die treibende Kraft. Die Alumna der Ernährungswissenschaften hat 2004 ihr eigenes Ding gemacht und „eatconsult“ gegründet. Sie berät Institutionen, Unternehmen, Agenturen und Medien in Ernährungsfragen. Unterstützung holte sie sich damals beim Alumni-Gründungsprogramm u:start (vormals UNIUN) der Uni Wien.

„Der nächste logische Schritt“ war es für Gregor Demblin, als er zusammen mit seinem Partner Wolfgang Kowatsch 2009 die Online-Jobbörse Career Moves ins Leben gerufen hat. Was als Verein startete, wurde so zum Unternehmen. Zu einem ganz besonderen dazu, denn die Plattform, die Jobs an Menschen mit Behinderung vermittelt und sich „nebenbei“ auch für den Abbau von Barrieren in den Köpfen einsetzt, ist ein Sozialunternehmen, das zu 100 % über Förderungen finanziert wird. 2014 gründete Demblin außerdem „Disability Performance Austria“, ein Forum für barrierefreie Wirtschaft, dessen Geschäftsführer er ist. „Wir müssen zwar generell Gewinne erzielen, schon allein um die Gehälter unserer sieben MitarbeiterInnen bezahlen zu können, da das Unternehmen gemeinnützig ist, werden die Gewinne aber ausschließlich ins eigene Wachstum sowie in die Internationalisierung von Career Moves reinvestiert“, so Demblin. Seit Kurzem darf sich der Philosophie-Absolvent, der seit einem Unfall selbst mit einem Rollstuhl unterwegs ist, auch über die Nominierung zum Ashoka-Fellow freuen. Die international tätige Non-Profit-Organisation fördert soziale Unternehmer, die sich für den positiven Wandel in der Gesellschaft einsetzen.

Vom idealen Zeitpunkt. Der Chemie-Absolvent Michael Fassnauer wollte schon in jungen Jahren eigene Wege gehen. „Mein Partner Manfred Spatzierer und ich waren bei der Gründung von UBIMET unter 30 und wollten einfach selbstständig arbeiten. Das war im naturwissenschaftlichen Bereich damals in einer althergebrachten Struktur nicht möglich“, erzählt Fassnauer. Inzwischen hat der Wetterdienst UBIMET weltweit mehrere Hundert MitarbeiterInnen und bietet individuelle Wetterprognosen an. Zu den Kunden gehören etwa die ÖBB, das Australische Segelteam oder die UNIQA Versicherung.


Vier Jahre nach Studienabschluss hat Mörixbauer den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. „In einem Angestelltenverhältnis zunächst zu lernen, wie beruflicher Alltag und die Arbeitswelt funktionieren“, empfiehlt Angela Mörixbauer auch angehenden GründerInnen, und ergänzt: „Man sollte unbedingt einen Businessplan erstellen. Denn dabei stellt man sich konkrete Fragen, etwa nach Zielgruppen, potenziellen Kunden und Produkten.“ Angebotsgestaltung und Preiskalkulation seien gerade am Anfang schwierig, man müsse vieles schätzen, erst nach und nach bekomme man Erfahrungswerte, so die Ernährungswissenschafterin. Ihr Businessplan wurde übrigens im Rahmen des UNIUN-Businessplan-Wettbewerbs als bestes Geschäftskonzept im Bereich Gesundheit prämiert.
 
Skills für GründerInnen. Fachwissen sei wichtig, aber man müsse lernen, es in den praktischen Alltag zu übersetzen und zu kommunizieren, betont Mörixbauer. Und ergänzt: „Als Selbstständige darf man nicht scheu sein, Networking ist entscheidend.“ Sozialunternehmer Demblin nennt Begeisterungsfähigkeit als wichtige Unternehmer-Eigenschaft. Und fügt hinzu: „Im Philosophie-Studium habe ich gelernt, komplex zu denken, das ist auch als Unternehmer hilfreich.“

„Es sind wohl schon viele Ideen mit Potenzial nie umgesetzt worden, weil die Leute einfach nicht wissen, wie“, gibt Fassnauer zu bedenken. Er hat sich bereits früh für wirtschaftliche Abläufe interessiert und während des Studiums in einer Bank gearbeitet, was ihm schließlich auch half, das eigene Business ins Laufen zu bekommen. „Vielen Studierenden ist aber gerade in Österreich nicht klar, dass Selbstständigkeit eine reale Alternative zur Anstellung ist.“
u:start will hier Awareness schaffen, konkretes Know-how vermitteln und AbsolventInnen ermutigen, ihre Ideen umzusetzen.

 

u:start, das Gründungsprogramm für Uni-AbsolventInnen hilft Ihnen gründen: www.ustart.at

 

 

 

                                              

Hauptsponsor                           Partner Medienpartner
                                
         

 

 

Weiterführende Angebote für Alumni/ae:    » Uniport Karriereservice    » Postgraduate Center

 

Sind Sie schon auf der Alumni Map?

 

Alumniverband der
Universität Wien
Campus der Universität Wien
Spitalgasse 2, Hof 1.5
A - 1090 Wien

T: +43 1 4277 - 28001
F: +43 1 4277 - 9280
E-Mail

http://www.alumni.ac.at/